Ermittlung des Kapitalbedarfs

Am Anfang eines jeden Bauvorhabens steht die Frage, wie groß der finanzielle Spielraum des künftigen Bauherrn ist.

Sämtliche Einnahmen werden aufgelistet. Dazu gehören Löhne und Gehälter des Haushaltes, ferner Kindergeld sowie etwaige Miet- oder Zinseinnahmen. Dem werden sämtliche Ausgaben gegenübergestellt. Neben den Lebenshaltungskosten sind das die Miete, Wohnnebenkosten wie Strom, Telefon und der Kabelanschluss, Beiträge für Versicherungen und Vereinsmitgliedschaften sowie alle anderen Ausgaben für Autos und eventuelle Kredite. Es empfiehlt sich, hier eine Pauschale einzukalkulieren, um außerplanmäßige Aufwendungen etwa für Reparaturen auffangen zu können.

Den finanziellen Spielraum des künftigen Bauherrn errechnet man, wenn man nun sämtliche Ausgaben von den Einnahmen abzieht. Wer sich ein fertiges Haus kauft, kann zu diesem Wert die aktuelle Miete hinzurechnen. Wer hingegen den Kredit bereits während der Bauphase benötigt, sollte die aktuelle Miete nicht dem finanziellen Spielraum zuschlagen – schließlich muss während der Errichtung des neuen Heimes noch die alte Wohnung bezahlt werden.
Wie viel Kredit kann sich nun aber der Bauherr leisten?

Eine Faustregel besagt, dass pro 100 Euro, die monatlich zur Verfügung stehen, 18.400 Euro Kredit bei einem Zinssatz von 5,0 Prozent aufgenommen werden können. Bei einem Zinssatz von 4,5 Prozent wären es 20.000 Euro, bei 6,0 Prozent nur 16.000 Euro. Hätte ein Haushalt also 500 Euro monatlich zur Verfügung, so könnte er sich einen Kredit von 92.000 Euro zu 5,0 Prozent Zinsen leisten. Grundsätzlich gilt, dass die monatliche Rückzahlungsrate zwischen 30 und 50 Prozent des Nettoeinkommens liegen darf. Banken berechnen den maximalen Kreditbetrag hingegen letztlich nach verschiedenen Formeln.

Die zweite Größe bei der Ermittlung des Kapitalbedarfs neben dem eigenen finanziellen Spielraum ist der Kostenfaktor für die zu errichtende Immobilie. Da die meisten Familien nur ein Mal im Leben den Schritt zum Eigenheim machen, erliegen sie bei der Planung mitunter dem Trugschluss, dass mit dem Begleichen der Baukosten das Haus letztlich bezugsfertig ist. Die Baukosten sind jedoch nur ein Kostenpunkt im großen Bauprojekt. Hinzu kommen die Provisionen für den Immobilienmakler und den Notar, die Grunderwerbssteuer sowie die Aufwendungen für die Erschließung des Grundstücks mit Anschluss an die Kanalisation.

Steht das Haus erst an seinem Fleck, kommen weitere Kosten hinzu:
Der Anschluss an Wasser-, Strom- und Telefonnetz ist nötig, hinzu kommen Sonderwünsche bei der Einrichtung, die Gestaltung des Gartens und nicht zuletzt der Umzug selbst.

Letztlich dürfen die Kosten für das gesamte Bauprojekt nicht die Summe aus Eigenkapital und Kredit übersteigen.