Versicherungsdarlehen
Neben dem Hypothekendarlehen und dem Bauspardarlehen gibt es eine dritte klassische Methode zur Baufinanzierung via Fremdkapital – das Versicherungsdarlehen.
Dabei schließt der künftige Bauherr praktisch zwei Verträge – mitunter auch bei verschiedenen Banken – ab. Der erste gewährt ihm eine Baufinanzierung. Dieser wird als Festdarlehen mit einer langen Zinsbindung vergeben, die monatlichen Raten sind über die gesamte Vertragsdauer gleich. Anders als beim Annuitätendarlehen enthalten die Raten jedoch keinerlei Tilgung, es wird über die gesamte Laufzeit nur der monatliche Zins für das gesamte Darlehen bezahlt. Parallel zu diesem Vertrage schließt der künftige Bauherr eine Kapital-Lebensversicherung über den gleichen Zeitraum ab. Anstatt das Darlehen zu tilgen, werden monatliche Raten in die Lebensversicherung eingezahlt. Zum Ende der Vertragslaufzeit sollte die Versicherung im Normalfall soviel Kapital gebildet haben, dass das Darlehen auf einen Schlag zurückbezahlt werden kann. Somit wäre der Bauherr auf einen Schlag schuldenfrei.
In der Regel werden für Versicherungsdarlehen niedrigere Zinsen gewährt als für normale Bankkredite. Die Vergünstigung liegt meist zwischen 0,25 und 0,75 Prozent. Dies sollte jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass die Aufnahme eines Versicherungsdarlehens mit Risiken verbunden ist. Denn zunächst ist der gezahlte Zins für das Darlehen ungleich höher als bei einem Annuitätendarlehen. Aufgefangen werden soll diese Summe durch die Überschussbeteiligung der Lebensversicherung. Die Höhe dieser Beteiligung ergibt sich aus der Rendite der Versicherungsgesellschaft, ihren Kosten und aus der Sterbequote der Versicherten. Vorherzusagen ist die Höhe der Überschussbeteiligung nie, die meisten Prognosen der Versicherungsmakler fallen dagegen zu optimistisch aus. In Zeiten unsicherer Renditen sollte man sich eine vom Finanzmarkt abhängige Baufinanzierung sehr genau überlegen. Im schlimmsten Fall ergibt sich am Ende der Laufzeit eine zu geringe Ersparnis, um das Darlehen in voller Höhe zu tilgen. In diesem Fall wäre eine längere Laufzeit des Kredites vonnöten, was wiederum eine längere und kostspielige Zinszahlung zur Folge hätte.
Ein weiterer Nachteil des Versicherungsdarlehens ist der relativ niedrige Beleihungsauslauf von nur 40 bis 50 Prozent. Entweder bringt man bereits viel Eigenkapital mit, oder das Darlehen eignet sich nur für einen Teil der Baufinanzierung.
Ein Pluspunkt liegt in der Absicherung der Familie des Versicherungsnehmers. Stößt ihm etwas zu, bleiben die Angehörigen nicht auf einem unüberschaubar großen Schuldenberg sitzen sondern können die ausgezahlte Summe zur Tilgung des Kredites nutzen.