Bauspardarlehen
Um ein Bauspardarlehen als Mittel zur Fremdfinanzierung von Wohneigentum in Anspruch nehmen zu können, muss vorher ein Bausparvertrag abgeschlossen und ein bestimmtes Sparguthaben angespart worden sein. Dies beträgt in den meisten Tarifen mindestens 40 Prozent der Bausparsumme. Wenn das Mindestguthaben angespart und eine mit Hilfe einer komplizierten Formel ermittelte Kennzahl erreicht wurde, wird die Zuteilung der gesamten Bausparsumme fällig. Diese setzt sich zusammen aus dem Sparguthaben und einem Bauspardarlehen.
Wenn im Vertrag eine Summe von 100.000 Euro vereinbart wurde, muss der Bausparer zunächst eine Summe von 40.000 ansparen. Diese würde ihm dann zusammen mit einem Darlehen über weitere 60.000 Euro zugeteilt werden.
Die Rückzahlung des Darlehens beginnt sofort nach der Zuteilung und erfolgt in monatlichen Raten. Die Höhe dieser Raten wurde bereits mit dem Abschluss des Vertrages festgelegt und liegt in der Regel um 0,6 Prozent der Darlehenssumme. Obwohl die Zinsen nicht unbedingt teurer sind als bei einem Hypothekendarlehen, kommen auf Empfänger von Bauspardarlehen später wesentlich höhere Raten zu. Der Grund liegt in der extrem hohen Tilgung. Beträgt der Tilgungsanteil beim Hypothekendarlehen etwa ein Prozent der Darlehenssumme, so sind es beim Bausparvertrag fast sieben Prozent. Dafür beträgt die Dauer der Tilgung beim Bausparvertrag nur etwa 10 bis 15 Jahre.
Auch die Zinsen für das Darlehen wurden bei Abschluss des Vertrages fixiert. Sie sind nicht an die tagesaktuelle Situation des Kapitalmarktes gebunden sondern entsprechen ebenso wie der Guthabenzins über die gesamte Dauer des Darlehens den Konditionen im Moment des Vertragsabschlusses. Waren zu jenem Zeitpunkt die Bauzinsen niedrig, etwa unter 5 Prozent, so können Empfänger hoher Bauspardarlehen durchaus davon profitieren.
Allerdings müssen auch Bausparer zum Teil recht happige Gebühren zahlen. Neben den Kontoführungsgebühren wird zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung eine Abschlussgebühr von in der Regel einem Prozent fällig, weitere 2 Prozent beträgt die Darlehensgebühr.
Die Vorteile eines Bauspardarlehens liegen auf der Hand. Der feste Zins über die gesamte Tilgungsdauer verspricht eine maximale Planungssicherheit. Zudem gibt es beim Bausparen keinen Zinsaufschlag für einen eventuell sehr hohen Beleihungsauslauf. Da sich Bausparkassen mit einer nachrangigen Absicherung im Grundbuch zufrieden geben, können Bauspardarlehen als einzelne Bausteine in der gesamten Baufinanzierung gut genutzt werden.
Selten eignen sie sich zur vollen Finanzierung des Bauvorhabens, zu hoch wären letztlich die monatlichen Raten. Zudem kann der Zeitpunkt der Zuteilung nicht garantiert werden. Makler, die dieses tun, arbeiten zumeist unseriös. Ist zu Baubeginn die Zuteilung noch nicht erfolgt, wäre ein teurer Kredit zur Zwischenfinanzierung notwendig.